Königslinde
Den wohl glanzvollsten Tag erlebte die Margarethenkapelle am 23. August 1842 als Friedrich-Wilhelm IV zusammen mit seiner Frau, Elisabeth von Bayern, und großem Gefolge die preußische Festungsstadt Minden und die naheliegende Margarethenkapelle besuchte. Es war seine erste Reise in die preußischen Westprovinzen seit seinem Regierungsantritt im Juni 1840.
Das Königspaar traf am 22. August in Minden ein. Die Gemeinde Barkhausen hatte für dieses Ereignis ein Feuer auf dem Margarethenklusberg vorbereitet. Es waren mehrere Schock (1 Schock = 5 Dutzend) Faschienen (Bündel) übereinander gestapelt, die eine Höhe von etwa 30 Fuß, etwa 8 Meter ergaben. Auf dem gegenüberliegenden Jakobsberg brannte ein ähnliches Feuer. Als Brennstoff diente eine Theertanne, die an einem Phahl befestigt war. Am Morgen des feierlichen Tages wurde das Königspaar, das in der Militärkommandantur übernachtet hatte, von den Bürgern, Bauernschaften und weiteren Gruppen aus dem Kreis Minden auf dem kleinen Domhof gehuldigt und gefeiert. Gegen Mittag reisten Ihre Majestäten von Minden nach Barkhausen, wo die Gemeinde einen Ehrenbogen erbaut hatte und schließlich ging es über den Königsweg, der für dieses Großereignis von den Forstbehörden sehr bequem ausgebaut worden war, zur Margarethenklus. Die Kutschen fuhren hoch bis zur Quelle (inzwischen versiegt), wo ihre Majestäten ausstiegen. Die Königin wurde dann in einem bequemen Sessel bis zum Belvedere neben der Kapelle getragen. Dort stand ein schöner Pavil[l]on und es hatte sich eine zahllose Menge Menschen dort oben auf dem Berg versammelt. Der Jubel und die Freude waren groß. Die Majestäten verweilten wohl eine Stunde, nahmen die Kapelle in Augenschein und fuhren nachdem sie das Dejeune[r] eingenommen hatten unter dem Hurra ihres Volkes den Berg hinunter und setzten ihre Reise über Herford fort. Zur Erinnerung an diesen hochherrschaftlichen Besuch ist eine Linde gepflanzt worden.
Der hier erwähnte Königsweg wurde spätestens seit dem Mittelalter benutzt, denn bei seiner Erneuerung im Jahr 1842 fand man Münzen aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Demnach könnte sich im Süden der Wittekindsburg eine Toranlage für die Wege aus Richtung Dehme und Hausberge befunden haben.